Neue US-Studie: Sind Handyverbote am Steuer egal?
Februar 4th, 2010Erst vor wenigen Tagen berichteten wir von der DEKRA Studie, die die deutsche Ignoranz des Handyverbots während der Fahrt verdeutlichte. Nun besagt eine Studie von Forschern des amerikanischen Highway Loss Data Institute (HDLI), dass ein Handyverbot am Steuer keine Wirkung auf die Unfallzahlen habe. Sie gingen wie folgt vor: Für vier US-Bundesstaaten verglichen Sie die Versicherungsfälle im Monat vor und nach der Einführung eines solchen Handyverbots. Zum Vergleich nahmen sie die Zahlen für Staaten ohne Handyverbot. Das Ergebnis überrascht: Die Zahlen verhielten sich in allen Staaten ungefähr gleich, ein Einfluss des Handyverbots war nicht feststellbar. Leider steckt in den Daten nicht drinn, ob der Fahrer kurz vor dem Unfall telefonierte oder nicht – auch nicht ob es ein Handy oder eine Freisprecheinrichtung war.
Wohlgemerkt: Es ging um ein Handyverbot – mit einer Freisprechanlage darf trotzdem telefoniert werden. Obgleich eine solch angelegte Studie dem Anspruch wissenschaftlicher Erklärungen nicht gerecht wird (Ursache und Wirkung können nicht durch “unkontrollierte Bedingungsmanipulation” erklärt werden!), lässt sich wohl auch darauf schließen, dass das Telefonieren während der Fahrt entweder gar keinen Einfluss auf das Unfallrisiko hat (andere Studien sagen etwas anderes!) oder dass - egal ob mit Handy am Ohr oder per Freisprechanlage – durch das Telefonieren am Steuer generell das Unfallrisiko erhöht (vgl.: Zwischen “vorher” und “nachher” wurde kein Unterschied gefunden.). Letzteres klingt per se plausibler. Strittig ist natürlich, ob man “Unfallzahl” mit “erhöhtem Unfallrisiko” einfach so gleichsetzen kann.
Die Studie kann es nicht aufklären, ob ein Handyverbot die Unfallzahlen (oder das Unfallrisiko) verringert. Sie beweist aber auch nicht, dass das Telefonieren am Steuer keinen Einfluss auf die Fahrleistung hat.
Februar 4th, 2010
